Die Farbe des Pazifiks

Bestimmung der Meeresfarbe: Farb-Palette der Forel-Ule Skala
Bestimmung der Meeresfarbe: Farb-Palette der Forel-Ule Skala

Auf dieser Ausfahrt nutzen wir zur Charakterisierung der oberen
Wasserschichten auch zwei klassische Messmethoden, die schon im
neunzehnten Jahrhundert entwickelt wurden. Sie kommen ohne größere technische Hilfsmittel aus, und vor allem ohne Strom!

Daniela Voss und Daniela Meier
Daniela Voss und Daniela Meier

Den heutigen Beitrag haben mitgestaltet: Daniela Voss und Daniela Meier, beide vom ICBM aus der Arbeitsgruppe Marine Sensorsysteme in Wilhemshaven. Hier an Bord sind sie Teil des „Bio-optics“ Teams, sie interessieren sich vor allem für die optischen Eigenschaften von Meerwasser.

Mit der Secchi-Methode aus dem Jahr 1865 wird die Sichttiefe bestimmt. Dafür nutzen wir hier an Bord eine große weiße Scheibe mit 90 cm Durchmesser, die hinten („achtern“) vom Schiff heruntergelassen wird. An unserer ersten Station im Pazifik war diese Scheibe noch bis in 46 m Tiefe zu sehen! In der Nordsee, wo das Wasser vor allem Nahe der Küsten oft sehr trüb ist, kann man die Scheibe meist nur wenige Meter tief noch sehen. In der Ems ist manchmal schon nach 20 Zentimetern Schluss. In den neunziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts wurde die Forel-Ule Skala entwickelt. Das ist eine Farbskala aus 21 Farben, von Indigo-Blau bis Cola-Braun. Jeder Wasserfarbe lässt sich eine dieser Farben zuordnen.

Die Farbe gibt Auskunft über die im Wasser befindlichen Inhaltsstoffe. Dem Wasser mit 46 m Sichttiefe konnten wir den Index 3 (Indigo-Blau Bereich) zuordnen. Dieses Wasser ist schon extrem klar, aber es geht noch klarer! Wir sind gespannt, ob wir noch Wasser mit Index 1 finden. Index 1 beschreibt das klarste Wasser überhaupt.

Alle, die selbst einmal die Meeresfarbe bestimmen möchten (sei es während der Überfahrt nach Spiekeroog oder beim Badeurlaub auf Mallorca), sollten sich die Seite http://www.eyeonwater.org/ einmal genauer ansehen. Mit einer Smartphone App kann jeder die Meeresfarbe an beliebigen Orten der Welt bestimmen und das Ergebnis in eine öffentliche Datenbank hochladen. So können alle dazu beitragen, einen möglichst großen und flächendeckenden Datensatz unserer Ozeane und Gewässer zu sammeln. Diese Datensammlung knüpft an die ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1890 an.