Labor-Arbeit auf See: Eine besondere Erfahrung

In den Laboren auf SONNE gibt es selbstverständlich auch Abzüge für Arbeiten mit Chemikalien, deren Dämpfe gesundheitsgefährdend sind. Auf diesem Bild arbeiten Mara Heinrichs und Beatriz Noriega (Forschungsgruppe für Marine Geochemie) mit Salzsäure. Auch unter dem Abzug muss alles gut festgeklebt oder angebunden sein, damit es bei stürmischer See nicht herumgewirbelt wird.
Auch unter dem Abzug muss alles gut festgeklebt oder angebunden sein, damit es bei stürmischer See nicht herumgewirbelt wird. Pipettieren bei Seegang ist übrigens eine ganz besondere Herausforderung! Auf dem Bild: Mara Heinrichs und Beatriz Noriega (Forschungsgruppe für Marine Geochemie).

Wir sind jetzt seit 15 Tagen an Bord der SONNE. Es fühlt sich so an, als wären wir schon eine Ewigkeit hier. Wir wissen, wo sich alles befindet und wir haben uns schon sehr gut an unsere meist schaukelnde Umgebung und unseren Arbeitsplatz gewöhnt. Aber das war nicht von Anfang an so …

Heute schreiben: Beatriz Noriega und Mara Heinrichs, beide vom ICBM aus der Forschungsgruppe für Marine Geochemie in Oldenburg. Hier an Bord sind die beiden Teil des „DOM“ Teams, sie interessieren sich vor allem für das gelöste organische Material im Meerwasser (DOM = Dissolved Organic Matter).
Beatriz Noriega und Mara Heinrichs

Den heutigen Beitrag haben mitgestaltet: Beatriz Noriega und Mara Heinrichs, beide vom ICBM aus der Forschungsgruppe für Marine Geochemie in Oldenburg. Hier an Bord sind die beiden Teil des „DOM“ Teams, sie interessieren sich vor allem für das gelöste organische Material im Meerwasser (DOM = Dissolved Organic Matter).

Monate bevor die Reise mit der SONNE begann, haben wir die Ausfahrt und unsere Arbeiten an Bord bis ins Detail geplant. Wir haben lange Packlisten geschrieben, Material bestellt, gereinigt, vorbereitet und in Kisten gepackt. Mitte Februar musste alles fertig sein für die Zoll-Abfertigung und die Verschiffung nach Neuseeland. Die Anspannung beim Packen war groß: Selbst der kleinste Gegenstand, der am Festland vergessen wird, kann bedeuten, dass wir an Bord nicht weiterarbeiten können. Denn, wenn etwas vergessen wurde oder an Bord kaputt geht, kann man in der Mitte des Ozeans ziemlich wenig dagegen ausrichten. Also haben wir versucht, beim Packen an alles zu denken und für genügend Reserven und Alternativen zu sorgen. Dennoch ist die Möglichkeit natürlich immer gegeben, dass man trotzdem etwas nicht einpackt oder nicht genug!

Der Arbeitsplatz an Bord ist ganz anders als in unserem Labor in Oldenburg. Wir mussten einiges anpassen und manches mit dem begrenzten Material, das uns an Bord zur Verfügung steht, improvisieren. Das war auf jeden Fall eine neue und herausfordernde Erfahrung für uns, die uns auch die wundersamen Anwendungsmöglichkeiten von Duct Tape (ein sehr robustes Klebeband) näher gebracht hat! 🙂

Was das Arbeiten an Bord ganz besonders vom Arbeiten an Land unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir uns die ganze Zeit mit den Wellen bewegen; an manchen Tagen mehr als an anderen, aber eben permanent. Die Labore der SONNE sind dafür zwar sehr gut ausgestattet, aber natürlich sind sie nicht für jedes spezielle Bedürfnis der sehr unterschiedlichen Arbeiten zugeschnitten. Das ist der Moment, wo Duct Tape ins Spiel kommt. Wir müssen ständig dafür sorgen, dass alles gut befestigt ist. Vor allem für Zeiten mit stürmischer See, wenn das Schiff ganz schön geschaukelt wird!

Den Kühlschrank mit unseren wertvollen Proben lassen wir nie unangebunden allein. Auf dem Bild hilft Felix Milke (Masterstudent Marine Umweltwissenschaften) dem
Den Kühlschrank mit unseren wertvollen Proben lassen wir nie unangebunden allein. Auf dem Bild hilft Felix Milke (Masterstudent Marine Umweltwissenschaften) dem „DOM Team“ beim Start der Extraktionen.

Bisher haben unsere Aufbauten die wenigen stürmischen Tage sehr gut überstanden. Wir haben unseren Experimentalaufbau im Labor Tag für Tag immer weiter optimiert. Inzwischen läuft alles perfekt und wir fühlen uns wie zu Hause. Eines ist jedenfalls sicher: Wenn wir das nächste Mal in unserem Labor in Oldenburg arbeiten, werden wir am Abend das Labor mit dem Gedanken verlassen, dass wir vorher noch alles gut festmachen sollten – und vor allem den Kühlschrank festbinden … 🙂