Schöpfe, schöpfe, sammle Wasser!

Forschungsarbeit auf See bedeutet, dass man so viele Proben wie möglich sammelt um diese dann entweder gleich vor Ort oder über die nächsten Monate im heimischen Labor zu analysieren. Bei keiner Kampagne darf daher ein bestimmtes Gerät fehlen – die CTD. Diese Abkürzung steht für “Conductivity (Leitfähigkeit)- Temperature – Depth (Tiefe)”. Eine CTD ist ein Kranzwasserschöpfer, der mit diversen Sensoren ausgerüstet ist. Die CTD an Bord der FS FALKOR hat für diesen Zweck 24 Flaschen, die vor dem zu Wasser lassen geöffnet werden.

An einem starken Drahtseil wird die CTD ins Wasser gesetzt und bis kurz über dem Meeresboden herabgelassen. Im Science Control Room (Wissenschaftskontrollraum) versammeln sich die Wissenschaftler täglich um 1300 Ortszeit um das Spektakel zu verfolgen. Auf ihrem Weg zum Meeresboden zeichnet die CTD mit Hilfe der Sensoren Profile auf u.a. von Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und Fluoreszenz, die wir am Bildschirm verfolgen können. Der Fluoreszenzsensor verrät uns etwas über die Menge an Chlorophyll, d.h. Menge an photosynthetisierendem Phytoplankton oder Blaualgen in der Wassersäule. Auf Grund der CTD Messungen können wir sehen wie die Meeressäule strukturiert ist und entscheiden auf welchen Tiefen es lohnenswert ist Proben zu nehmen. Auf dem Weg der CTD nach oben schließen wir auf den interessanten Tiefen die Flaschen per Fernauslöser und sichern uns somit unsere Wasserproben. Diese finden Verwertung für Unterschungen von Chlorophyllmenge, gelösten inorganischem und organischem Kohlenstoff, Nährstoffe sowie Gemeinschaftsanalysen von Phytoplankton und Bakterien und deren Anzahl. Sobald die CTD wieder an Deck ist, füllen wir unsere Flaschen mit dem Wasser aus den Tiefen die interessante Eigenschaften zeigen.

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Kranzwasserschöpfer unter Wasser mit geschlossenen Flaschen
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CTD wird an Deck gehievt
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Wissenschaftler im Kontrollraum

Da es bei dieser Reise ja nun in erster Linie um den dünnen Meeresoberflächenfilm geht, werde ich beim nächsten Mal berichten wie wir es schaffen in dieser Schicht schrittweise Gradienten von Temperatur, pH und Sauerstoff zu messen.

Abschließend möchte ich über das Highlight des Tages berichten: Heute haben uns einige Delfine begleitet. Sie fanden den Katamaran und unseren “in situ Inkubator” (später mehr), der mit 4 knallorangen Bojen im Meer treibt, besonders spannend. Zwischendurch haben sie uns kritisch beäugt und sind freudig aus dem Wasser gesprungen. Eigentlich war gerade CTD-Zeit, aber nun stand die gesamte Wissenschaft bei der Delfin-Show am Bug. Klare Prioritätensetzung 😉 Viele Grüße und bis bald!

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Wissenschaftler verfolgen Delfin-Show am Bug
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Delfin tobt am Catamaran