{"id":1013,"date":"2017-07-13T01:06:42","date_gmt":"2017-07-12T23:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=1013"},"modified":"2017-07-13T08:59:15","modified_gmt":"2017-07-13T06:59:15","slug":"mikrokosmos-schiff-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/mikrokosmos-schiff-2\/","title":{"rendered":"Mikrokosmos Schiff"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man knapp vier Wochen auf dem Forschungsschiff keinen Landkontakt hat\u2013 besonders in so speziellen Gebieten wie der Arktis \u2013 ist es besonders wichtig, dass Crew und Wissenschaftler sich selbst zu helfen wissen, wenn es drauf ankommt. Was dabei oft untergeht, ist die Arbeit, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. So eine wichtige Aufgabe hat zum Beispiel die Unter-Deck-Crew, die f\u00fcr die Technik hinter allem verantwortlich ist. Hier wird dem Schiff und allen wichtigen Systemen in sieben elektronischen und mechanischen Werkst\u00e4tten Leben eingehaucht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Immer ein Ass im \u00c4rmel<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_996\" aria-describedby=\"caption-attachment-996\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-996\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Pumjet-von-au\u00dfen-300x225.jpg\" alt=\"Der Pumpjet von au\u00dfen auf dem Trockendock.\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Pumjet-von-au\u00dfen-300x225.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Pumjet-von-au\u00dfen-768x576.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Pumjet-von-au\u00dfen-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-996\" class=\"wp-caption-text\">Der Pumpjet von au\u00dfen auf dem Trockendock.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf der Merian gibt es unter Deck au\u00dferdem Dinge, die man nicht auf allen Schiffen findet. Das f\u00e4ngt schon bei den Antrieben an: zwei Gondeln mit je zwei Schrauben, die den Motor direkt unter dem Schiff erm\u00f6glichen. Gesamtleistung: Vier Megawatt. Unterst\u00fctzt werden die von einem zentralen Pumpjet-Antrieb, der Wasser ansaugt und an anderer Stelle wieder ausst\u00f6\u00dft. Da dieser um 360 Grad drehbar ist, kann die Merian in jede gew\u00fcnschte Richtung Schub aufbauen. Erg\u00e4nzt durch ein dynamisches Computerprogramm ist es der Merian so m\u00f6glich, das Schiff sehr genau auf Position zu halten. Der Bewegungsradius bleibt bei guten Wetterbedingungen so unter zwei Metern.<\/p>\n<p>Im Notfall k\u00f6nnte das Schiff sich aber auch bei Ausfall eines Antriebes weiter fortbewegen, was gerade im Niemandsland der Arktis von unsch\u00e4tzbarem Wert sein kann. Apropos Notfall: Sollte die Br\u00fccke aus irgendeinem Grund einmal komplett ausfallen, ist es der Crew im Maschinenraum m\u00f6glich, die Kontrolle \u00fcber das Schiff zu \u00fcbernehmen und es mit Kompass und Funkanweisungen zu steuern.<\/p>\n<p><strong>Redundanz ist das Zauberwort\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_997\" aria-describedby=\"caption-attachment-997\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-997\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050432-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050432-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050432-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050432-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-997\" class=\"wp-caption-text\">Die einzelnen Maschinenr\u00e4ume lassen sich im Notfall abschotten.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Redundanz der Maschinen findet sich aber nicht nur bei den Antrieben unter dem Kiel, sondern auch in den zwei Hauptmaschinenr\u00e4umen. So nutzt die Merian zum Beispiel vier gro\u00dfe Dieselmotoren (je zwei mit sechs und zwei mit acht Zylindern), die paarweise angeordnet sind. Im Notfall kann eine dieser Maschinenr\u00e4ume sofort isoliert werden, in dem feuerfeste und wasserdichte Schotten zugefahren werden. So ist die Merian, die viel am Eisrand operiert, bestens gegen Ausf\u00e4lle gesch\u00fctzt. F\u00fcr den absoluten Notfall steht zwei Decks weiter oben noch ein\u00a0 Notgenerator, dessen Leistung mit 250 KW ausreicht, um alle wichtigen Systeme wieder anzuwerfen.\u00a0Redundanzen waren also zentraler Bestandteil der Planungen f\u00fcr das Schiff. So ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Team, umgeben von Eis, liegenbleibt und vermutlich Tagelang auf Hilfe warten m\u00fcsste.<\/p>\n<p><strong>Alles-K\u00f6nner unter Deck\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_999\" aria-describedby=\"caption-attachment-999\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-999\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050480-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050480-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050480-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/P1050480-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-999\" class=\"wp-caption-text\">Altpapier wird an Bord auf eine handliche Gr\u00f6\u00dfe gepresst.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Crew ist aber nat\u00fcrlich auch f\u00fcr all das zust\u00e4ndig, was an Land andere \u00fcbernehmen w\u00fcrden, etwa die Wasseraufbereitung. In einem eigenen, geschlossenen System, wird das Schmutzwasser von immerhin 45 Personen an Bord theoretisch trinkbar aufbereitet. Dass das aber nur zum Sp\u00fclen der Dr\u00e4hte, die die Ger\u00e4tschaften an Bord hieven &#8211; und nicht zum Trinkverbrauch genutzt werden muss, erlaubt der Wasser-Aufbereiter. Der erstellt direkt an Bord ein Destillat aus dem Meerwasser und generiert so Trinkwasser. In der Regel\u00a0zehn Tonnen t\u00e4glich, maximal bringt er es aber sogar auf 30 Tonnen Trinkwasser am Tag.\u00a0Da ist es besonders wichtig, vern\u00fcnftig Buch zu f\u00fchren. So kann die Besatzung zu jeder Zeit sagen, wie hoch der aktuelle Verbrauch an Wasser oder Diesel ist.\u00a0 Doch die Liste der T\u00e4tigkeiten unter Deck ist lang. Auch die Verarbeitung von M\u00fcll geh\u00f6rt dazu, der an Bord sauber getrennt wird. Plastikflaschen werden zu Konfetti geschreddert, Papier in handliche Scheiben gepresst und Essensreste gesondert gelagert und erst an Land entsorgt. Das passt ins umweltbewusste Konzept des Schiffs genau wie der Verzicht auf Schwer\u00f6l. Genutzt wird ausschlie\u00dflich Marine-Gas-\u00d6l.<\/p>\n<p>Was einem an Deck der Merian aber besonders ins Auge sticht, sind nicht nur die riesigen Motoren, Kompressoren und Windensysteme. Es ist die penible Ordnung, bei der jedes Werkzeug oder Werkst\u00fcck seinen festgelegten Platz hat. Das ist sicherer, spart Zeit und kann bei einem wirklich ernsthaften Maschinenalarm auch mal gr\u00f6\u00dferen Schaden abwenden, wenn der Techniker genau wei\u00df, wo das notwendige Werkzeug liegt.<\/p>\n<p>Auch, wenn wir heute mal die kleine Werk-\u201eStadt\u201c unter Deck vorstellen wollten, eine Ausnahme gibt es dann doch etwas weiter oben. Dort stehen drei extrem starke Kompressoren, die die n\u00f6tige Leistung f\u00fcr die Pressluftkanonen sorgen, die andere Teams mit an Bord bringen k\u00f6nnen. Diese Kanonen werden f\u00fcr seismische Erkundungen der tieferen Gr\u00fcnde eingesetzt. Nach den Erz\u00e4hlungen der Crew sind wir aber sicher alle ganz froh, dass wir nur die sch\u00f6nen Kompressoren sehen und zumindest auf unserer Fahrt nicht st\u00e4ndig von den Kanonensch\u00fcssen aufgeschreckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man knapp vier Wochen auf dem Forschungsschiff keinen Landkontakt hat\u2013 besonders in so speziellen Gebieten wie der Arktis \u2013 ist es besonders wichtig, dass Crew und Wissenschaftler sich selbst&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[131],"tags":[154],"class_list":["post-1013","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fs-maria-s-merian","tag-fahrt-msm65","entry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"2.12.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1013"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1025,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions\/1025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}