{"id":1344,"date":"2018-04-06T17:46:55","date_gmt":"2018-04-06T15:46:55","guid":{"rendered":"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=1344"},"modified":"2022-01-24T16:36:28","modified_gmt":"2022-01-24T14:36:28","slug":"wie-man-eine-salpe-faengt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/wie-man-eine-salpe-faengt\/","title":{"rendered":"Wie man eine Salpe f\u00e4ngt"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Laura Halbach und Dominik Bahlburg<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert, weswegen zum Blog schreiben wenig Zeit blieb. Nach der rauen \u00dcberfahrt durch die Drake Passage sind wir endlich in der Antarktis angekommen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-1346\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"212\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF3783-1Laura-Halbach-1-300x212.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1346\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF3783-1Laura-Halbach-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF3783-1Laura-Halbach-1-768x543.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF3783-1Laura-Halbach-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Forschungsgegenstand dieser Expedition: die Salpe <em>Salpa thompsoni (Foto: Laura Halbach)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dabei hat die st\u00fcrmische See Einigen von uns zugesetzt und lebhafte Debatten \u00fcber die Wirksamkeit verschiedener Reisemedikamente wurden losgetreten (Ingwertabletten und Druckarmb\u00e4nder konnten noch nicht ganz \u00fcberzeugen). See und M\u00e4gen beruhigten sich nachdem wir King George Island umrundeten um schlie\u00dflich unser Hauptarbeitsgebiet zu erreichen:die South Shetland Islands. Diese Inselgruppe befindet sich nordwestlich der Antarktischen Halbinsel und ist bekannt f\u00fcr gro\u00dfeKrill-und Salpenvorkommen. Die Strapazen des Hinwegs waren schnell vergessen als uns Wale, Eisberge und Gletscher mit ihrer Sch\u00f6nheit in der Antarktis willkommen hie\u00dfen. Es ist schon etwas Besonderes einen so eindrucksvollen Ort besuchen zu d\u00fcrfen. Die anf\u00e4ngliche Euphorie unter den Wissenschaftler\/innen wurde jedoch etwas ged\u00e4mpft als sich die Suche nach den Salpen schwieriger darstellte als erhofft. Aber wief\u00e4ngt man eigentlich solch ein fragiles gelatin\u00f6ses Wesen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-1348 size-large\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"602\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_7220_DBahlburg-1024x602.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1348\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_7220_DBahlburg-1024x602.jpg 1024w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_7220_DBahlburg-300x176.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_7220_DBahlburg-768x451.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_7220_DBahlburg.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Gletscher\u00fcberzogene K\u00fcste und ein vorbeiziehender Eisberg vor King George Island. Das beeindruckende Panorama begleitete uns w\u00e4hrend der ersten Tagen an den South Shetland Islands (Foto: Dominik Bahlburg)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen die Salpen aufgesp\u00fcrt werden. Auf dieser Expedition haben wir daf\u00fcr schwere Gesch\u00fctze in Form von Echosounder, Netzz\u00fcgen, Fischpumpe und Tauchern aufgefahren. Permanent wird mit dem sogenannten Echosounder die Wassers\u00e4ule abgesucht, um anhand der Reflektion des ausgesendeten Signals R\u00fcckschl\u00fcsse auf Ansammlungen dort lebender Organismen zu ziehen. Die so erfassten Tiere, lassen sich zum Teil sogar voneinander unterscheiden und somit k\u00f6nnen eben auch Salpen gezielt lokalisiert werden. Zus\u00e4tzlich sind alle Schiffsbewohner vom Studenten bis zum Koch dazu aufgefordert jegliche Salpensichtung zu melden. Mit feinen Planktonnetzen, die durch verschiedene Wassertiefen gezogen werden, wird das Gebiet nach potentiellen Salpen durchk\u00e4mmt. Die Fischpumpe, die im Schiffsinnern aufgebaut wurde, ist in der Lage gro\u00dfe Wassermengen kontinuierlich vom Schiffsrumpf an Bord zu bef\u00f6rdern. Unter dem Schiff langschwimmende Salpen k\u00f6nnten so von den Wissenschaftler-\/innen bequem gesammelt werden. Die auf diesem Wege gefundenen Salpen sind allerdings h\u00e4ufig nicht mehr in der Verfassung, die f\u00fcr Experimente w\u00fcnschenswert ist. Genau deswegen stehen Taucher bereit um mit einer Art<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-1347 size-large\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF7830-1-3Laura-Halbach-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1347\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF7830-1-3Laura-Halbach-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF7830-1-3Laura-Halbach-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF7830-1-3Laura-Halbach-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/DSF7830-1-3Laura-Halbach.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ein Netz wird zum Aussetzen vorbereitet (Foto: Laura Halbach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Unterwasserstaubsauger (MASMA Pumpe) oder per Hand die Tiere schonend einzufangen. Die Taucher konnten ihre Ausr\u00fcstung bei Deception Island schon erfolgreich testen und stehen nun bereit um bei der n\u00e4chsten passenden Gelegenheit ins Wasser zu springen. Doch diese Vielzahl an Ma\u00dfnahmengarantiert noch lange keinen Erfolg und so blieben wir die ersten Tage der Expedition weitestgehend salpenlos. Stattdessen landete \u00fcberwiegend Krill in den Netzen, der ja ebenfalls im Fokus der Expedition steht. Nachdem erste Zweifel \u00fcber unsere Such- und Fangmethoden&nbsp;aufkamen, wurde die mehrere Tage anhaltende Salpendurststrecke schlie\u00dflich vor Deception Island beendet, was die Herzen der Wissenschaftler\/innen h\u00f6herschlagen lie\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Verf\u00fcgbarkeit von Krill und Salpen konnten endlich die gro\u00dfen geplantenExperimente gestartet werden. Speziell angefertigte Aquarienkreisel in gek\u00fchlten Laborcontainern, die der Wassertemperatur entsprechen, stellen nun das neue zu Hause f\u00fcr die Tiere dar. Im Laufe der Fahrt werden auf diesem Wege umfassende Untersuchungen zu der Rolle von Krill und Salpen im Antarktischen marinen \u00d6kosystem im Zuge des Klimawandels durchgef\u00fchrt. Damit begann f\u00fcr uns Studierende sowie f\u00fcr die anderen beteiligten Wissenschaftler\/innen eine intensive Zeit des Wasserschleppens, Filtrierens und Beprobens, wof\u00fcr viele Nachtschichten eingelegt wurden. Wie diese Versuche im Detail aussehen wird in sp\u00e4teren Beitr\u00e4gen noch genauer erkl\u00e4rt und k\u00f6nnen teilweise dem <a href=\"https:\/\/epic.awi.de\/46637\/1\/PS112Expeditionsprogramm.pdf\">Expeditionsbooklet<\/a>&nbsp;entnommen werden .<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist die Ausfahrt f\u00fcr uns etwas wirklich Besonderes. Als Studenten haben wir das Gl\u00fcck Teil dieser Expedition zu sein und k\u00f6nnen neben den wissenschaftlichen Arbeiten jede Menge faszinierende Einblicke in einen der letzten unber\u00fchrten Lebensr\u00e4ume der Welt bekommen. Wenn es die Arbeit zul\u00e4sst, kann man schnell mal an Deck gehen und hat gute Chancen einen Wal, Pinguin oder vorbeitreibenden Eisberg zu ersp\u00e4hen. Stehen wir nicht an Deck (und das ist ein Gro\u00dfteil der Zeit der Fall), findet man uns in der Regel in einem der vielen Labore an Bord, wo wir bei der Durchf\u00fchrung von Salpen- und Krillexperimenten in den bereits erw\u00e4hnten Spezialkreiseln helfen. Zus\u00e4tzlich steht f\u00fcr uns die Filtration von Meerwasser auf der Tagesordnung, um einen \u00dcberblick \u00fcber Chlorophyll- (dem \u201ePflanzenfarbstoff\u201c, der im Meer \u00fcberwiegend durch kleine schwimmende Algen produziert wird und mit dessen Hilfe Photosynthese betrieben wird) und partikul\u00e4rem Kohlenstoffgehalt in der Region zu erhalten \u2013direkte Ma\u00dfe f\u00fcr die Produktivit\u00e4t und den Zustand eines marinen \u00d6kosystems.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Laura Halbach und Dominik Bahlburg Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert, weswegen zum Blog schreiben wenig Zeit blieb. 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