{"id":1929,"date":"2021-06-06T21:18:26","date_gmt":"2021-06-06T19:18:26","guid":{"rendered":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=1929"},"modified":"2022-01-24T16:04:00","modified_gmt":"2022-01-24T14:04:00","slug":"daten-sammeln-wie-vor-155-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/daten-sammeln-wie-vor-155-jahren\/","title":{"rendered":"Daten sammeln wie vor 155 Jahren?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>FS Heincke Reise HE563 (9. \u2013 20. Oktober 2020)<\/strong>, Beitrag 6 \/ 8 von Holger Winkler und Marian Ultes<\/p>\n\n\n\n<p>Was machen wir mit den Dingen, die wir sehen, wenn wir mit ihnen wissenschaftlich umgehen wollen? Wir benutzen unsere Augen oder ein Hilfsger\u00e4t, um etwas zu <em>beobachten<\/em>, <em>notieren<\/em> die Ergebnisse und <em>erkl\u00e4ren<\/em>, was sie bedeuten. Ab jetzt k\u00f6nnen wir mit ihnen <em>arbeiten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-1975\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"258\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/SD_FU-300x258.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1975\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/SD_FU-300x258.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/SD_FU.jpg 686w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Bildunterschrift: Marian Ultes (links) h\u00e4lt die Secchi-Scheibe, mit der er die Sichttiefe messen wird. Claudia Th\u00f6len (rechts) wird zus\u00e4tzlich die Wasserfarbe anhand der Forel-Ule Skala bestimmen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Angelo Secchi interessierte sich im Jahr 1865 f\u00fcr die Zone im Wasser, in die das Licht gerade noch kommt. Sie ist interessant, weil nur dort kleinste pflanzliche Lebewesen \u00fcberleben k\u00f6nnen. Sie werden in ihrer Gesamtheit als pflanzliches Plankton bezeichnet. Hiervon ern\u00e4hren sich wiederum viele andere Organismen im Wasser. Secchi entwickelte das nach ihm benannte Ger\u00e4t: Eine helle Scheibe, die an einem Seil befestigt ist. Auch auf der Fahrt HE563 haben wir die Secchi-Scheibe benutzt. Sie wurde solange im Wasser abgesenkt, bis sie nicht mehr zu sehen war. Mit Hilfe von Markierungen am Seil konnten wir die jeweilige Sichttiefe feststellen und in einer Tabelle erfassen. Somit konnten wir die seit 1865 gef\u00fchrten Daten zur Sichttiefe erg\u00e4nzen. Wir haben dazu beigetragen, den Katalog \u00fcber die m\u00f6glichen, an Lebewesen reichen Zonen im Ozean zu erweitern!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n<p>Moderne Hilfsmittel k\u00f6nnen sehr viel mehr Daten \u00fcber sehr viel l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume erfassen. Um ihre Aussage bewerten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir sie h\u00e4ufig erst <em>bildlich darstellen<\/em>, um zu verstehen, was sie zeigen. Bei solchen Ger\u00e4ten sind die Augen zu technischen Hilfsmitteln (\u201eSensoren\u201c) geworden, der Mensch wurde durch den Computer ersetzt. Die Tabellen finden sich nun in Dateien und wiederum der Computer hilft uns, sie bildlich darzustellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1974\" aria-describedby=\"caption-attachment-1974\" style=\"width: 809px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1974\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt-300x66.jpg\" alt=\"\" width=\"809\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt-300x66.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt-1024x226.jpg 1024w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt-768x169.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt-1536x339.jpg 1536w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Plot_Salzgehalt.jpg 1628w\" sizes=\"auto, (max-width: 809px) 100vw, 809px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1974\" class=\"wp-caption-text\">Claudia Th\u00f6len hat die Messwerte des Salzgehalts in der Emsm\u00fcndung bildlich dargestellt. Links k\u00f6nnen Sie die Tiefe in Metern, rechts den Salzkonzentration in psu, und unten die Tageszeit in Stunden:Minuten der einzelnen Messungen ablesen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf unserer Forschungsfahrt haben wir unter anderem ein Ger\u00e4t zur Feststellung der Salzkonzentration im Meer eingesetzt. Dieser Sensor wurde in der Emsm\u00fcndung viele Male am Tag an einer festen Stelle in der Wassers\u00e4ule herunter gelassen. So haben wir erfahren, welche Salzkonzentration jeweils in unterschiedlichen Tiefen vorherrscht. Wenn wir nur die vielen Messwerte betrachten w\u00fcrden, w\u00e4re es schwer zu verstehen, was wir aus diesen Daten lernen k\u00f6nnen. Darum hat Claudia Th\u00f6len die Messwerte bildlich dargestellt. Jede S\u00e4ule stellt hier einen Messdurchlauf dar, jedes Quadrat einen Messwert in der S\u00e4ule. Die Farben symbolisieren den Salzgehalt: Blau bedeutet wenig Salz, gelb viel. Die S\u00e4ulen selbst stehen f\u00fcr die verschiedenen Messzeitpunkte am Tag. S\u00e4ulen, die oben blau sind und unten gelb sind besonders spannend. Unten ist der Salzgehalt hoch, oben niedrig. Das zeigt uns, dass zu diesen Zeiten das Wasser der Ems das ablaufende Meerwasser \u00fcberflie\u00dft: Hier ist Ebbe!<\/p>\n<p>Wie auf jeder Forschungsfahrt hat sich auch hier wieder gezeigt, dass die Entwicklung der technischen Datenaufnahme und \u2013auswertung die alten Methoden nicht \u00fcberrollt hat: Althergebrachte und moderne Techniken wurden auch auf unserer Forschungsfahrt nebeneinander eingesetzt!<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FS Heincke Reise HE563 (9. \u2013 20. 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