{"id":3512,"date":"2025-07-28T22:17:33","date_gmt":"2025-07-28T20:17:33","guid":{"rendered":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=3512"},"modified":"2025-09-02T11:56:22","modified_gmt":"2025-09-02T09:56:22","slug":"mit-dem-strom-unterwegs-mit-unseren-sensordriftern-going-with-the-flow-on-the-move-with-our-sensor-drifters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/mit-dem-strom-unterwegs-mit-unseren-sensordriftern-going-with-the-flow-on-the-move-with-our-sensor-drifters\/","title":{"rendered":"Mit dem Strom \u2013 unterwegs mit unseren Sensordriftern \/\/ Going with the flow \u2013 on the move with our sensor drifters"},"content":{"rendered":"\n<p>Text &amp; Photos: Marine Sensor Systems Research Group<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bisher noch eher unscheinbares Element unserer Forschung auf der <em>METEOR<\/em> sind die Oberfl\u00e4chendrifter. Diese kleinen Schwimmk\u00f6rper treiben mit der Oberfl\u00e4chenstr\u00f6mung mit und liefern dabei wertvolle Einblicke \u00fcber kleinskalige Prozesse wie Divergenzen, also das Auseinanderstr\u00f6men von Wassermassen sowie die Dynamik der obersten Wasserschicht. W\u00e4hrend der Expedition kamen t\u00e4glich bis zu f\u00fcnf Sensordrifter zum Einsatz. Ausgestattet wurden diese mit Temperatursensoren und sogenannten CTDs (Conductivity, Temperature, Depth), die zus\u00e4tzlich Temperatur, Leitf\u00e4higkeit und Tiefe messen. Zwei Sensoren wurden direkt am Geh\u00e4use befestigt, in 20\u202fcm und 40\u202fcm Tiefe unter der Wasseroberfl\u00e4che. Zus\u00e4tzlich verf\u00fcgen die Drifter \u00fcber eine vertikale Sensorkette, diese reichte bis auf 180\u202fcm Tiefe hinab und erm\u00f6glichte damit hochaufgel\u00f6ste Messungen entlang der oberen Wassers\u00e4ule, genau in dem Bereich, in dem wichtige Austauschprozesse zwischen Ozean und Atmosph\u00e4re stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"511\" height=\"767\" src=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture1-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3513\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sensordrifter im Wasser \/\/ Sensordrifter in the water<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Eins\u00e4tze begannen oft fr\u00fch morgens. Noch bereits vor Sonnenaufgang wurden unsere Drifter vorsichtig \u00fcber die Bordwand ausgesetzt und dann begann ihre Reise mit der Str\u00f6mung. Je nach Tagesziel und Wetterbedingungen trieben sie nur f\u00fcr ein paar Stunden, mal blieben sie auch \u00fcber Nacht drau\u00dfen. Ihre Bewegungen konnten wir in Echtzeit \u00fcber integrierte Satellitentracker verfolgen, was immer wieder f\u00fcr spannende Momente auf der Br\u00fccke sorgte: Wo treiben sie hin? Wie schnell sind sie unterwegs? Und was verraten uns die ersten Daten?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Slick-Tag war f\u00fcr unser Team ein ganz besonderer Tag (Slicks sind Erscheinungen an der Meeresoberfl\u00e4che, wo gen\u00fcgend gro\u00dfe Mengen organisches Material sich ansammelt, um wellend\u00e4mpfende Wirkung zu erzeugen). Schon seit Beginn der Fahrt hatten wir gehofft, auf ein solches Ph\u00e4nomen zu sto\u00dfen. Als sich schlie\u00dflich die Gelegenheit bot, einen Slick mit unseren Sensordriftern zu beproben, war die Spannung gro\u00df. Die Drifter wurden innerhalb des Slicks am Rand und au\u00dferhalb des Slicks ausgesetzt. So l\u00e4sst sich verfolgen, wie diese Slicks das Driftverhalten gegebenenfalls beeinflussen. Die Sensoren erm\u00f6glichen eine hochaufgel\u00f6ste vertikale Strukturaufnahme, die Unterschiede zu Slick- und Nicht-Slickzonen zeigen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein echtes Highlight war jedes Mal das Einsammeln der Drifter. Sobald wir mit der <em>METEOR <\/em>an der voraussichtlichen Position der Drifter angekommen waren, versammelte sich eine kleine Gruppe auf der Br\u00fccke, ausgestattet mit Ferngl\u00e4sern, den besagten Koordinaten und jeder Menge Motivation. Dann hie\u00df es: Ausschau halten nach kleinen roten Punkten, die sich oft gut versteckt zwischen den rot-br\u00e4unlichen Sargassum-Patches angelagert hatten. Die Suche hatte fast etwas Detektivisches, wie die sprichw\u00f6rtliche Nadel im Heuhaufen, nur auf offener See.<\/p>\n\n\n\n<p>Per Funk wurde die Position der Drifter an das Schlauchboot-Team weitergegeben. Mit viel Geschick und guten Augen konnten stets alle Drifter wieder sicher an Bord gebracht werden. Keine leichte Aufgabe bei Wind und Welle, aber umso sch\u00f6ner, wenn es funktioniert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Besondere an dieser Art der Arbeit ist, dass die Daten sofort verf\u00fcgbar sind. Schon kurz nach dem Aussetzen lassen sich die Trajektorien nachvollziehen, Temperatur- und Salzgehaltsverl\u00e4ufe einsehen und erste Aussagen \u00fcber die kleinr\u00e4umigen Strukturen an der Meeresoberfl\u00e4che treffen. Das macht die Arbeit mit den Sensordriftern nicht nur effizient, sondern auch besonders greifbar f\u00fcr uns an Bord und hoffentlich bald auch in der Auswertung zur\u00fcck an Land.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"803\" height=\"601\" src=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture2-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3514\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture2-3.jpg 803w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture2-3-768x575.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture2-3-640x479.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">AG Marine Sensor Systeme an Bord der METEOR \/\/ Research Group Marine Sensor Systems on board the METEOR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir als Arbeitsgruppe Marine Sensorsysteme haben aber nicht nur nach unseren Driftern Ausschau gehalten, sondern es spielte sich ein gro\u00dfer Teil unserer Arbeit an Bord auch im Labor ab. Hier kamen eine Vielzahl spezialisierter Ger\u00e4te zum Einsatz, mit denen wir die gesammelten Wasserproben aus der Schiffs-CTD analysierten. Mit der PSICAM, einem hochsensitiven Absorptionsmessger\u00e4t, lassen sich zum Beispiel die optischen Eigenschaften gel\u00f6ster und partikul\u00e4rer Substanzen bestimmen. Erg\u00e4nzt wurde das durch das Aqualog, ein Fluorometer, mit dem wir gel\u00f6ste organische Substanzen analysierten \u2013 ein wertvolles Werkzeug zur Untersuchung von biogeochemischen Prozessen im Oberfl\u00e4chenwasser. F\u00fcr die detaillierte Analyse von Lichtabsorption und -reflexion nutzten wir au\u00dferdem ein Fotospektrometer. All diese Instrumente liefern uns hoffentlich wichtige Informationen \u00fcber die chemische Zusammensetzung und optischen Eigenschaften des Oberfl\u00e4chenwassers und tragen so entscheidend dazu bei der oberen Wassers\u00e4ule ganzheitlich zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"484\" height=\"322\" data-id=\"3515\" src=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture3-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3515\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"484\" height=\"322\" data-id=\"3516\" src=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture4-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3516\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"429\" height=\"322\" data-id=\"3517\" src=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Picture5-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3517\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>English version:<\/p>\n\n\n\n<p>Going with the flow \u2013 on the move with our sensor drifters<\/p>\n\n\n\n<p>An element of our research on the METEOR that has been rather inconspicuous so far has been the surface drifters. These small floating devices drift with surface currents, providing valuable insights into small-scale processes, such as water mass divergence or the dynamics of the uppermost water layer. During the expedition, up to five sensor drifters were used daily. These were equipped with temperature sensors and CTDs, which additionally measure conductivity and depth. Two sensors were attached directly to the housing, at depths of 20 cm and 40 cm below the water surface. In addition, the drifters are equipped with a vertical sensor chain that extends to a depth of 180 cm, enabling high-resolution measurements along the upper water column, particularly in the area where important exchange processes between the ocean and the atmosphere occur.<\/p>\n\n\n\n<p>The drifter deployments often began before sunrise. Our drifters were carefully lowered over the ship&#8217;s side and then began their journey with the current. Depending on the destination and weather conditions, they would be let to drift for just a few hours or sometimes stay out overnight. We were able to track their movements in real time via integrated satellite trackers, which always made for exciting moments on the bridge: Where are they drifting to? How fast are they going? And what can the preliminary data already tell us?<\/p>\n\n\n\n<p>The first Slick-Day (slicks are occurrences at the ocean surface where enough organic material has accumulated to suppress water waves) was a very special one for our team. We had been hoping to encounter such a phenomenon since the beginning of the voyage. When the opportunity finally arose to sample a slick with our sensor drifters, excitement was high. The drifters were deployed within the slick, at the edge, and outside the slick. This allows us to track how these slicks may influence drifting behavior. The sensors mounted enable high-resolution vertical structural imaging that can show differences between slick and non-slick zones.<\/p>\n\n\n\n<p>Collecting the drifters was always a highlight! As soon as we arrived at the drifter&#8217;s estimated position with the METEOR, a small group of us gathered on the bridge equipped with binoculars, the approximate coordinates, and plenty of motivation. Then it was time to look for tiny red dots, which were often well hidden among the reddish-brown patches of Sargassum. The search was almost like detective work, like the saying of \u201clooking for a needle in a haystack\u201d, only in the open ocean.<\/p>\n\n\n\n<p>The position of the drifters was then relayed to a dinghy team by radio. With a lot of skill and good eyesight, all the drifters could always be brought safely back on board. Which was no easy task in wind and waves, but all the more rewarding when it worked.<\/p>\n\n\n\n<p>The great thing about the drifter set-ups is that the data is available immediately. Shortly after deployment, the trajectories can be traced, temperature and salinity profiles can be viewed, and initial conclusions can be drawn about the small-scale structures on the sea surface. This makes working with sensor drifters not only efficient but also particularly tangible for us on board, and hopefully, will be the case too when we conduct the in-depth evaluation back on land.<\/p>\n\n\n\n<p>However, we, as the Marine Sensor Systems working group, did not just keep an eye out for our drifters. A large part of our work on board also took place in the lab. Here, we utilized a range of specialized equipment to analyze the water samples collected from the ship&#8217;s CTD at the various stations. The PSICAM, a highly sensitive absorption measuring device, can be used to determine the optical properties of dissolved and particulate substances. This was supplemented by the Aqualog, a fluorometer that we used to analyze dissolved organic substances, making it a particularly valuable tool for investigating biogeochemical processes occurring in the surface water. We additionally used a photospectrometer for detailed analysis of light absorption and reflection. These instruments will hopefully provide us with important information about the chemical composition and optical properties of the surface water, thereby contributing to the holistic study of the upper water column.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text &amp; Photos: Marine Sensor Systems Research Group Ein bisher noch eher unscheinbares Element unserer Forschung auf der METEOR sind die Oberfl\u00e4chendrifter. 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