{"id":859,"date":"2017-06-26T15:05:43","date_gmt":"2017-06-26T13:05:43","guid":{"rendered":"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=859"},"modified":"2022-01-24T16:45:44","modified_gmt":"2022-01-24T14:45:44","slug":"forscher-unter-segeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/forscher-unter-segeln\/","title":{"rendered":"Forscher unter Segeln"},"content":{"rendered":"\n<p>Es schreiben Jens-Martin Herold (Masterstudent Engineering Physics) und Claudia Th\u00f6len (Bachelorstudentin Umweltwissenschaften).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-860\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"223\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone01-300x223.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-860\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone01-300x223.png 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone01.png 406w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Abbildung 1: Das Forscherteam, von links: Dr. Thomas Badewien, Jens-Martin Herold, Axel Braun, Claudia Th\u00f6len.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als vierk\u00f6pfiges Forscherteam (Dr. Thomas Badewien, Axel Braun, Jens-Martin Herold, Claudia Th\u00f6len) vom Institut f\u00fcr Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Uni Oldenburg sind wir diese Woche gemeinsam mit dem Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden-Leer durch eine Kooperation mit der Hochschule unterwegs auf der Ostsee.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div style=\"height:19px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-862\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"229\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/AMAZONE_2-300x229.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-862\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/AMAZONE_2-300x229.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/AMAZONE_2.jpg 693w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Abbildung 2: Die Amazone im Hafen von Svendborg, D\u00e4nemark.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Unser Gef\u00e4hrt, kein \u201enormales\u201c Forschungsschiff, sondern der finnische Schoner Amazone. Ein 35 m langes Segelschiff, das der Hochschule Emden-Leer seit drei Jahren f\u00fcr Forschungs- und Ausbildungsfahrten im Bereich \u201eGreen Shipping\u201c zur Verf\u00fcgung gestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:19px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-869\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone03-1-300x225.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-869\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone03-1-300x225.png 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone03-1-768x576.png 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone03-1.png 869w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption><br>Die Abbildung3. Die Amazone im Hafen von Svendborg, D\u00e4nemark.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns Forscher bedeutet diese Ausfahrt &nbsp;nicht nur messen und auf Monitore starren, sondern auch anpacken beim Setzen und Bergen der Segel.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir uns auf unsere Messtechnik st\u00fcrzen k\u00f6nnen, werden wir also in den Segelalltag eingebunden. Wir bekommen eine Einweisung in das Steuern der Amazone und d\u00fcrfen selbst hinterm Steuerrad stehen und das Segelschiff auf der vorgegebenen Route durch die Ostsee lenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit der Alltag an Bord geregelt abl\u00e4uft, gibt es ein Wachsystem in dem jeder in eine Wache eingeteilt ist. 0-4 Uhr, 4-8 Uhr und die beliebteste Wache 8-12 Uhr. Aus jeder Wache ist immer eine Person f\u00fcr die Backschaft eingeteilt, die wichtigsten Leute an Bord! Die Backschaft ist den ganzen Tag f\u00fcr die Verpflegung des gesamten Teams verantwortlich und bereitet die Mahlzeiten vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Mitfahrer der Emden-Leer Hochschule sind in erster Linie Bachelor-Studenten von denen einige Schiffs- und Umwelttechnik und andere Nautik in Leer studieren. Die Nautik-Studenten sind verantwortlich f\u00fcr die Navigation w\u00e4hrend der Fahrt. F\u00fcr die Schiffsf\u00fchrung ist Professor Kapit\u00e4n Michael Vahs verantwortlich. Professor Kapit\u00e4n Rudi Kreutzer organisiert die wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Nautik. Professor &nbsp;Dr.-Ing. Jann Strybny hat die wissenschaftliche Fahrtleitung im Bereich der maritimen Umwelttechnik \u00fcbernommen und f\u00fchrt in Kooperation Dr. Thomas Badewien ein breites Spektrum an Messungen durch. Dabei werden sie von den Schiffs- und Umwelttechnik Studierenden der Hochschule Emden-Leer und von uns unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>An Bord l\u00e4uft es sehr reibungslos. Jeder hat einige Aufgaben \u00fcbernommen oder wird ausf\u00fchrlich in neue Aufgaben eingewiesen. Jetzt k\u00f6nnen wir also auch als Forscher die Logb\u00fccher des Segelschiffs mit Informationen \u00fcber Wind und Wetter, Maschinenraum und Schiffskurs f\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meiste Zeit haben wir sehr angenehmes Wetter, so sind viele Leute und helfende H\u00e4nde gleich in der N\u00e4he, wenn sie an Deck gebraucht werden. Zum Gl\u00fcck ist auch immer genug Wind da, dass wir die Segel hissen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Forschung unter Segeln<\/h2>\n\n\n\n<p>Der erste gro\u00dfe Moment an Bord ist da. Der erste Einsatz des neuen mobilen CTD- und Windensystems kann beginnen. Eine CTD ist ein Messger\u00e4t an dem mehrere Sensoren befestigt sind, die die Leitf\u00e4higkeit, Temperatur und Tiefe der Sonde &nbsp;messen. (engl. Conductivity, Temperature, Depth).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-864\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"125\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone04-300x125.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-864\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone04-300x125.png 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone04-768x320.png 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone04.png 911w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Abbildung 4: Dr. Thomas Badewien fiert die CTD unter den Segeln der Amazone in die Ostsee<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dann die Gewissheit, das Messger\u00e4t sendet! Wie erwartet erhalten wir&nbsp; die Daten von Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoffgehalt und Tr\u00fcbung des Meerwassers. Das &nbsp;System wurde extra entworfen, um auch auf kleinen Booten mit hochmoderner Technik messen zu k\u00f6nnen. Auf den gr\u00f6\u00dferen Forschungsschiffen ist die CTD meistens zus\u00e4tzlich mit Wassersch\u00f6pfern f\u00fcr Wasserproben ausger\u00fcstet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Monitoren k\u00f6nnen wir die Daten der CTD Live mitverfolgen, alle Schwankungen der Werte beobachten und gleich Vermutungen \u00e4u\u00dfern, welche Bedingungen Unterschiede in den Werten ausmachen k\u00f6nnten. Das Bild auf dem Monitor zeigt uns ein Profil der Messwerte von der Wasseroberfl\u00e4che bis hin zum Meeresgrund. Die Werte f\u00fcr den Salzgehalt sind in den oberen Metern noch sehr niedrig, nehmen aber zum Boden hin auf einmal um einiges zu. Mit den Temperaturwerten verh\u00e4lt es sich genau umgekehrt. Diese Art Profil finden wir an den meisten Messstellen in der Ostsee. Hier k\u00f6nnen wir beobachten, wie sich das kalte, salzreiche Nordseewasser unter das w\u00e4rmere und salz\u00e4rmere Ostseewasser schiebt. Durch die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften dieser Wassermassen bleiben die Wasserk\u00f6rper getrennt und bilden ein markantes vertikales Profil der Ostsee.<\/p>\n\n\n\n<p>An der neuen Winde wird nicht nur Messtechnik ins Wasser gelassen, sondern auch ein sogenanntes Manta-Netz. Dieses Netz wird f\u00fcr eine halbe Stunde bei langsamer Fahrt durchs Wasser gezogen und fischt die Meeresoberfl\u00e4che ab. Die Ausbeute sieben die Studenten noch an Bord um sp\u00e4ter im Labor mit dem Mikroskop die Proben auf Mikroplastik zu untersuchen. Das ist der Plastikm\u00fcll im Meer, der kleiner als 5 mm ist und durch den Verzehr von Meerestieren sogar in unsere Nahrungskette gelangen kann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-865\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone05-300x225.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-865\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone05-300x225.png 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone05.png 659w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Abbildung 5: Der Meeresboden mit seinen Bewohnern.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Selbst der Meeresboden bleibt uns nicht verborgen. Studenten der Uni Oldenburg und der Hochschule Emden-Leer haben zwei Kamerasysteme gebaut, die an der Winde hinab gelassen werden und einen gestochen scharfen Einblick in den Unterwasser Lebensraum liefern. Hier sehen wir eine einige Seesterne, das Relief des Meeresbodens, und hoffen m\u00f6glichst keinen M\u00fcll vorzufinden. Sogar die Unterseite des Schiffes und die Schiffsschraube k\u00f6nnen wir mit der Unterwasserkamera beobachten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:8px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-866\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone06-300x225.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-866\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone06-300x225.png 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Amazone06.png 710w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Abbildung 6: Aufnahme der Schiffsschraube mit der Unterwasserkamera.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Forschung unter Segeln bietet neue M\u00f6glichkeiten und vielleicht einige Vorteile f\u00fcr die Messungen, heute stellen wir den Motor ab, setzen die Segel und vergleichen die mit der CTD gemessenen Werte des Ostseewassers auf einem Transsekt einmal mit und einmal ohne motorisierten Antrieb.<br>F\u00fcr die Zukunft ist geplant die j\u00e4hrliche Ausbildungsfahrt der Hochschule Emden-Leer mit der Amazone weiterhin zu nutzen um unter Segeln zu messen und beim n\u00e4chsten Mal noch zus\u00e4tzliche Messtechnik mitzubringen. Im Rahmen dieser Kooperation begleiten einige Studenten der Hochschule auch die j\u00e4hrliche Ausfahrt der Uni Oldenburg auf der FS Heincke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es schreiben Jens-Martin Herold (Masterstudent Engineering Physics) und Claudia Th\u00f6len (Bachelorstudentin Umweltwissenschaften). 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