{"id":903,"date":"2017-06-29T14:33:14","date_gmt":"2017-06-29T12:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/?p=903"},"modified":"2022-01-24T16:43:53","modified_gmt":"2022-01-24T14:43:53","slug":"903-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/en\/903-2\/","title":{"rendered":"Krimi im Niemandsland"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image wp-image-904 size-medium\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030052-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-904\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030052-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030052-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030052-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Der Sea-Cycler kurz vor der Bergung.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die erste gro\u00dfe Aufgabe dieser Fahrt wartete am dritten Seetag in den internationalen Gew\u00e4ssern zwischen Nordamerika und Gr\u00f6nland auf die Merian. Ein sogenannter Sea-Cycler musste geborgen werden. Dabei handelt es sich um ein Spezial-Messger\u00e4t der kanadischen Dalhousie- Universit\u00e4t. Ein Ingenieur der Arbeitsgruppe ist mit an Bord, da das knapp 1,5-Millionen Euro teure Ger\u00e4t &nbsp;seit einigen Monaten keine Daten mehr senden konnte. Da sich nur sehr selten Forschungsschiffe in dem Gebiet zwischen Nordamerika und Gr\u00f6nland aufhalten, war unsere Fahrt die einzige Chance, das Ger\u00e4t in den n\u00e4chsten Monaten zu bergen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Doch obwohl der kanadische Ingenieur die genaue Position des Sea-Cyclers kannte, entwickelte sich die Bergung zu einem regelrechten Krimi. Denn auf das akustische Signal, auf das das<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-905 size-medium\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030224-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-905\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030224-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030224-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1030224-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Die Crew arbeitet umsichtig und gut ausger\u00fcstet, um die Wissenschaftler zu unterst\u00fctzen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ger\u00e4t reagieren sollte, folgte \u2013 nichts. Auch als der Kapit\u00e4n die Merian zweimal in andere Positionen versetzte, keine Antwort. Es sah ganz danach aus, dass das Ger\u00e4t abgerissen und weggetrieben war \u2013 als pl\u00f6tzlich ein Signal einging, dass wieder Hoffnung machte. Angeblich sollte der Cycler aufgetaucht sein, doch selbst die Br\u00fccke hat das immerhin rund vier Meter lange Ger\u00e4t noch nicht ausmachen k\u00f6nnen. Doch tats\u00e4chlich: Zwei Seemeilen entfernt tauchte kurz darauf ein winziger Punkt am Horizont auf, der langsam aber sicher immer deutlicher als die zwei wichtigsten Einheiten des Ger\u00e4ts erkennbar wurden. Offenbar hatte ein heftiger Sturm die enorme Apparatur von ihrem eigentlichen Bestimmungsort fortgetrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.000 Meter Kabel vermisst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-906 size-medium\"><figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"http:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_2174-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-906\" srcset=\"https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_2174-300x200.jpg 300w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_2174-768x512.jpg 768w, https:\/\/icbm-auf-see.uni-oldenburg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_2174-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption><strong>Teamarbeit ist gefragt &#8211; und von niemandem im Team hinterfragt.<\/strong><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Erstes Aufatmen nach der Bergung, doch ging es danach von vorne los. Der zweite Teil des Messger\u00e4tes fehlte noch. Messger\u00e4te und Bojen, die wie an einer Perlenschnur an einem \u00fcber drei Kilometer langen Kabel aufgereiht sind. Auch hier gab es nicht sofort Klarheit, aber nach einer halben Stunde dann der erl\u00f6sende Funkspruch von der Br\u00fccke: \u201eMooring is at the surface\u201c. Bis dann alles eingeholt und sicher an Deck verladen war, war es schon dunkel. Dass das \u00fcberhaupt m\u00f6glich war, lag an der enormen Teamleistung der Crew und des gesamten Wissenschafts-Teams, die h\u00e4ndisch sechs schwere Kabeltrommeln aufrollten. Immerhin leistete uns eine Schule von Pilotwalen etwas Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Feierabend war damit aber noch lange nicht, da nun erstmal das Phytoplankton-Netz ausgeworfen und die CTD ins Wasser gelassen werden musste, die Wasserproben in bis zu drei Kilometern Tiefe nehmen sollte. Diese sollten dem Sea-Cycler als Referenzwerte dienen. Weiteren drei Stunden der Messung in der Tiefsee folgten dann f\u00fcr einige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen noch die Aufbereitung im Labor, fast bis zum Fr\u00fchst\u00fcck. Vom Wellengang haben danach in den Kojen wohl die wenigsten noch viel mitbekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste gro\u00dfe Aufgabe dieser Fahrt wartete am dritten Seetag in den internationalen Gew\u00e4ssern zwischen Nordamerika und Gr\u00f6nland auf die Merian. Ein sogenannter Sea-Cycler musste geborgen werden. 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