Korallenriffexkursion 2020

Montag, 02.03.2020 – Ankunft auf Bunaken

Das Abenteuer beginnt. Gegen 16 Uhr trifft sich der Großteil der Gruppe, welche sich aus 17 Studierenden und vier Betreuenden (Prof. Dr. Peter Schupp, Dr. Mareen Möller , Dr. Miriam Reverter und Dr. Sven Rohde) zusammensetzt, am Hafen von Manado und wird dort von einem Boot des Panorama Backpackers, unsere Unterkunft für die erste Woche, abgeholt. Es regnet schon den ganzen Tag und dementsprechend ist die Sicht auf dem Wasser gering.

In der Dämmerung kommen wir erschöpft und mit knurrenden Mägen im großen Pavillon zusammen, doch eine Besprechung oder das gegenseitige Kennenlernen ist durch Kommunikationsschwierigkeiten erschwert, da der starke Monsunregen auf das Wellblechdach ohrenbetäubend trommelt. Schreiend werden Namen ausgetauscht, die niemand versteht. Dafür kann sich jeder auf das vorzügliche Essen konzentrieren. Es wird traditionelles indonesisches Essen mit viel Gemüse, Reis, Tofu und Fisch gereicht, was allen schmeckt. Die Besprechung ist auf den nächsten Tag verschoben und alle gehen müde, aber glücklich angekommen zu sein, ins Bett.

Typisch indonesisches Abendessen

Dienstag 03.03.2020 – Erkundung des Riffs

Auch dieser Tag startet mit Regen. Nach einem Banana-Pancake-Frühstück kommt ab und an die Sonne raus und Gespräche sind wieder möglich. Wir genießen die aufgeklarte Sicht aufs Meer und dieser Anblick wird direkt mit der Sichtung einer Delfinschule vor dem erloschenen Vulkan der Nachbarinsel versüßt. Es folgt der erste Gang die Treppe hinunter zum Strand, um sich bei der Tauchbasis mit Equipment, wie Bleigurt oder Sicherheitsboje auszustatten.

Für die ersten beiden Tage teilen wir uns in Zweier- und Dreiergruppen auf. Mit diesen Schnorchel-Buddys schließen wir uns während der Tauchgänge einem unserer vier Betreuenden an und lernen so das Riff im Detail kennen. Sven, Peter, Mareen und Miriam haben in unterschiedlichen Bereichen ein großes Spektrum an Fachwissen, sodass uns jede neugierige oder noch so komplizierte Frage beantwortet werden kann. Beispielweise ist Mareen eine Spezialistin für Korallen und Peter kennt nahezu jeden Fisch am Riff persönlich.

Am Vormittag erkunden wir das Hausriff vor der Unterkunft. Die Diversität und Anzahl an Fischen, Schildkröten, Invertebraten und Korallen ist atemberaubend. Wir sichten Hart- und Weichkorallen, Schwämme, Crustaceen, Ascidien, Anemonenfische, Seesterne und noch mehr Fische, Fische, Fische.  Nach einem stärkenden Mittagessen geht es diesmal mit dem hauseigenen Boot zu einem nahegelegenen Tauchspot „Likuan III“. Hier ist die Strömung deutlich stärker zu spüren und Temperaturunterschiede, die durch Strömungen und Süßwasseraustritt am Riff hervorgerufen werden, lassen Schlieren im Wasser erscheinen. Hier kommt uns die Diversität der Arten noch größer vor und auch die Schildkrötendichte ist hoch.

Nach diesem Schnorcheltauchgang sind alle von den Eindrücken erschlagen und ausgehungert. Es wird noch in geselliger Runde zusammengesessen und sich näherkennengerlernt, bevor es früh ins Bett geht.


Chelonia mydas (Grüne Meeresschildkröte) – © Katharina Hans
Diodon hystrix (Gepunkteter Igelfisch) – © Lennart Stock
Amphiprion sandaracinos (Oranger Anemonenfisch) / Neopetrolisthes maculata (Porzellankrebs) – © Katharina Hans

Mittwoch, 04.03.2020 – Diversität à la Bunaken 

Dieser Tag beginnt bei tropischen Temperaturen und Sonnenschein. So langsam haben alle Teilnehmenden ihren Jetlag überwunden und es geht wieder raus ins Wasser. Wir schnorcheln bei starker Strömung an der Riffkante entlang und machen zwischen zwei Schnorchelgängen ein kleines Päuschen auf dem „Sonnendeck“ des Bootes.

Heute schauen wir schon mit geschulterem Blick von der Wasseroberfläche aufs Riff. Zum Beispiel können wir nach einer Einführung von Mareen in die Korallenbestimmung am vorherigen Abend schon einige Gattungen identifizieren. Doch wir haben noch viel zu lernen. Unsere Betreuenden finden viele zuvor noch nicht von uns entdeckte Meeresbewohner und Asso, ein Guide der Tauchschule, der sein gesamtes Leben an diesem Riff verbracht hat, zeigt uns nicht nur einen kleinen juvenilen Weißspitzenriffhai, sondern auch Muränen, Blaupunktrochen und jede Menge kleiner Crustaceen. Interessante Arten werden angetaucht und mit ruhiger Hand werden Fotos und Videos aufgenommen.

Am Nachmittag setzen wir uns zusammen und bestimmen die gesichteten Arten. So lernen wir diese besser und im Detail kennen. Es wird uns langsam aber sicher deutlich, dass diese enorme Diversität, die diese Riffe zu bieten haben, noch weitaus größer ist, als wir bisher angenommen haben.

Am Abend gibt uns Peter eine kleine Einführung in die gefährlichen Organismen des Korallenriffes. Die Quintessenz, die wir aus dieser Vorlesung ziehen ist, dass nicht das laienhafte Angstbild des Hais bestätigt wird. Stattdessen sind es die kleinen Dinoflagellaten die die größte Gefahr für den Menschen darstellen. Ihr Nervengift reichert sich in Fischen an und kann so im Endkonsumenten, dem Menschen, schwere Beschwerden auslösen.


Morgenroutine vor dem Schnorcheln

Phyllidia sp. (Warzenschnecke) – © Katharina Hans

Blockeintrag verfasst von Katharina Hans, Kristina Weinert und Lennart Stock