Wir haben das Paradies gefunden

09.03.20

Nach einem gebührenden Abschied von Bunaken treten wir ausgeruht und erholt die Reise nach Bangka an.

Am Morgen geht es mit dem Boot und dem ganzen Gepäck zurück nach Manado, wo wir am Hafen von Taxis abgeholt werden. Nach einem Zwischenstopp in der Mall, um unsere Vorräte aufzufüllen, fahren wir weiter zum Hafen. Von dort setzen wir mit dem Boot zum Coral Eye über. Schon von Weitem kann man den wunderschönen Strand mit dem Steg erkennen. Dort empfangen uns die Hotelbetreiber und geben uns eine kleine Tour durch die Anlage.

Coral Eye ist ein Resort für Taucher, Touristen und Wissenschaftler mit einer familiären Atmosphäre. Hier wurde auch die Initiative „No Trash Triangle“ gegründet, um der Plastikverschmutzung im Korallendreieck entgegenzuwirken. Um das Problem von verschiedenen Seiten zu bekämpfen, haben sie einen Abfallmanagementplan entwickelt, arbeiten mit der lokalen Bevölkerung sowie Unternehmen zusammen und unterstützen Forschung und Innovation.

Um schonmal einen kleinen Einblick in das Hausriff zu bekommen, gehen wir bei Sonnenuntergang schnorcheln und kühlen uns nach der langen Reise etwas ab. Direkt vor der Haustür können sich alle austoben, da die Diversität aller Gruppen (Fische, Invertebraten und Korallen) sehr hoch ist und es viel zu bestimmen gibt. So ist für jedes Interesse etwas dabei. Neben den Arten, die wir schon aus Bunaken kennen, entdecken wir auch ein paar neue, wie zum Beispiel Schnepfenmesserfische oder Gelbe Boxfische.


Sonnenuntergang über dem Meer (Foto: Francine Vasseur)
Yellow boxfish (juvenile) Ostracion cubicus. (Foto: Francine Vasseur)
Schnepfenmesserfische Aeoliscus strigatus (Foto: Francine Vasseur)

10.03.20

Am Morgen teilt sich unsere Gruppe je nach Interesse auf verschiedene Projekte auf. Es gibt zwei Projekte, die sich mit der Müllverschmutzung befassen, sowohl am Strand als auch im Wasser. Eine Gruppe untersucht Invertebraten-Korallen-Interaktionen, eine andere untersucht die Photosymbionten von Korallen mit Hilfe eines PAM. Außerdem wird ein permanentes Transekt gelegt, auf dem die Fisch-, Invertebraten- und Korallendiversität und -abundanzen bestimmt werden.

Es werden neue Methoden erlernt und jeder macht sich mit seinem Projekt vertraut und sammelt erste Daten.

Gabriele zeigt uns die Müllsammelanlage, wo der gesammelte Abfall sortiert wird. Der Müll, der recycelt werden kann, wird dazu zurück zum Festland gebracht.

Auf Transekten am Strand und in den verschiedenen Riffzonen wird der Müll gesammelt und nach Typ sortiert und gezählt. Diese Untersuchung findet an fünf aufeinanderfolgenden Tagen an der gleichen Stelle statt, um die tägliche Anspülungsrate zu bestimmen. Des Weiteren wird bei mehreren 60-minütigen Schnorchelgängen der an Korallen hängengebliebene Müll erfasst sowie die betroffenen Korallen identifiziert und ausgemessen.

Plastikschnur um Acropora spec (Foto: Clara Nuber)

Für die Hälfte von uns ging es nach Sonnenuntergang nochmals ins Wasser, um das Riff auch einmal bei Dunkelheit zu erleben.

von Julia Warnatz und Clara Nuber