Letzte Tage auf Bunaken

Das Ende der ersten Woche begann wie üblich mit einem Frühstück mit Blick über das Hausriff und die Seegraswiesen, in denen wir den Schnorchelausflug des Tages planten. Vom Strand aus wateten wir in das knietiefe Wasser und ließen uns durch das für uns neue Habitat treiben. Wir konnten viele Organismen aus den vorherigen Orten in kleinerer Variante und juvenilen Stadien wieder erkennen, da die Seegraswiesen als Kinderstube des Ozeans gelten. Zu den neuen Arten zählten die Seenadeln, die sich verspielt durch unsere Finger schlängelten sowie der elegante Diamantfeilfisch. Viele giftige und schmerzhafte Organismen versteckten sich zwischen den Halmen. Die „Burning Hellfire Anemone“ wird ihrem Namen sicherlich gerecht genauso wie die Kegelschnecke, die mit ihrer giftigen Harpune tödlich für den Menschen sein kann oder die bunten Seeschlangen mit ihren hinten liegenden Giftzähnen.

Seenadel – Corythoichthys haematopterus
Zylinderrosen – Ceriantharia
Drückerfisch – Rhinocanthis acelatus

Beim Mittagessen erfreuten sich die Fleischesser ihrer obligatorischen Makrele und die gesamte Gruppe stärkte sich für eine ausgiebige Inselerkundungstour am Nachmittag. Jason führte die Gruppe an: Über einen Zaun, vorbei an den hauseigenen Schweinen, durch einen schönen Wald mit saftig grünen Pflanzen und hochgewachsenen Kokosnusspalmen und an der wegweisenden Kuh.

Die größte „Straße“ auf Bunaken

Auf der Rollerautobahn wurden wir immer wieder überholt und freundlich gegrüßt. Einer der Rollerfahrer blieb mit einer hohen Stahlbox an einem Bambus hängen, kam von der Straße ab und steckte fest. Zu seinem Glück kamen genau dann zehn stark gewachsene wissenschaftliche Schnorchler des Weges und zogen sein Gefährt mit gemeinsamer Kraft aus dem Seitengraben. Nach etwa einer Stunde kamen wir endlich im kleinen Dorf an, das mehr wie eine liebevolle verstädterte Kleingartensiedlung aussah – Überall gab es bunte Zäune, selbst gebastelte Blumentöpfe mit den schönsten Pflanzen und vor Allem eine Menge Tiere.

Alle packen mit an um den Wagn aus dem Bambus zu ziehen.

Abends hörten wir uns dann noch den Vortrag der Invertebraten-Gruppe an, die uns vor dem Abendessen von den Arten berichteten, die sie in den letzten Tagen gefunden und fotografiert haben. Danach trafen sich die spielbegeisterten Schnorchler noch zu einer Runde Strafkarten-Uno und Activity.

Der nächste Tag begann mit einem zwar krummen und schiefen, dafür jedoch umso herzlicheren „Happy Birthday“ für unseren Professor Peter Schupp. Nach dem Frühstück wurden wie jeden Morgen mit unterdrücktem Ekel die muffigen Schwimmsachen vom Vortag angezogen und schon ging es los zum ersten Tauchspot „Timur 2“ auf der Ostseite der Insel. Während des ersten Schnorchelgangs sollten sich die drei Gruppen auf die bisher weniger behandelten Organismengruppen fokussieren, wie beispielsweise die diverse Gruppe der Damselfische. Beim zweiten Tauchspot in der Nähe des Hausriffs, welches unser letztes Schnorchelerlebnis auf Bunaken sein sollte, konnten spektakuläre Entdeckungen wie mehrere Weißspitzenriffhaie, Blaupunktstechrochen, Hawkbill-Schildkröten und eine Electric Clam gemacht werden. Nach der allmittaglichen Makrelierung wurden bei fast schon vulkanischen Temperaturbedingungen mit den Schnappschüssen des Tages die Artenlisten erweitert. Nach einem weiteren Geburtstagsständchen und einem erstaunlich guten Kuchen (siehe Bild 6) wurde der Abend entspannt mit Livemusik und Lagerfeuer am Strand beendet.


Blaupunkt Rochen – Taeniura lymma
Meeresschildkröte – Eretmochelys imbricata
Geburtstagstorte für Peter Schupp

Abschied von Bunaken mit Live-Musik und Lagerfeuer am Strand

Von Anika und Jakob