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Wellenglättende Eigenschaften der Meeresoberfläche

Bereits 1758 wurde die wellenglättende Wirkung von Oberflächenfilmen von Benjamin Franklin beobachtet. An einem windigen Tag  goss er damals einen Teelöffel Öl in den See von Clapham bei London, und das Öl verteilte sich schnell als dünner Film auf einer Fläche von 1000 Quadratmeter.  Ungefähr ein Viertel des Sees war mit dem Ölfilm bedeckt. Der etwas zähe und elastische Film nimmt Energie aus dem Wind und dadurch wird die Entstehung von kleinen Wellen unterdrückt…die Wasseroberfläche glättet sich und dieses Phänomen wird oft mit dem englischen Begriff „Slicks“, d.h. glatt, beschrieben.

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Unsere Messboje misst Gasaustauschraten in einem Slick

Durch die Wellenglättung ändert sich die Lichtreflektion an der Meeresoberfläche und dadurch werden Slicks als helle Flecken oder Streifen sichtbar. Die Glättung verringert auch die Gasaustauschraten zwischen dem Ozean und der Atmosphäre…zumindest ist dies aus vereinfachten Laborversuchen bekannt. Die Gasmoleküle werden in Slicks nur durch langsame Diffusion durch die Meeresoberfläche transportiert, da durch die Unterdrückung der Wellen turbulente Transportprozesse deutlich unterbunden werden. Während der Falkor-Expedition konnten wir zum ersten Mal überhaupt Gasaustauschraten in Slicks direkt messen, da unsere Messboje in einem Slick für eine längere Zeit „gefangen“ war.

Und noch etwas viel auf…massive Blüten von Blaualgen traten in unserem Untersuchungsgebiet auf. Blaualgen bilden grosse Kolonien an der Oberfläche um Stickstoff aus der Atmosphäre zu binden. Die Kolonien sind dazu in einem zähen Film eingebunden, und treiben so auf der Meeresoberflächen.

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Teppich von Blaualgen

Aus Untersuchungen wissen wir das Mikroorganismen die Meeresfilme, insbesondere die stark ausgeprägten Slicks, als Lebensraum nutzen und besiedeln. Aus der Literatur ist auch bekannt, dass Meerestiere wie der Walhai, der grösste Fisch unserer Erde, diese „zum Fressen gern“ haben. Es mit den eigenen Augen zu sehen, war ein besonderes Erlebnis. Denn sobald die Blaualgen-Slicks auftauchten, nahmen die Sichtungen von Fischen, Seeschlangen und Deflinen zu. Selbst eine Meeresschildkröte tauchte aus einem Slick hervor.

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Sichtungen von Seeschlangen waren in Slicks häufig
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Eine Meeresschildkröte taucht aus einem Slick hervor. Der Film mit Kolonien von Blaualgen ist auf der Meeresoberfläche gut sichtbar.