FS Maria S. MerianPosition
Wochenbericht

Mikrokosmos Schiff

Wenn man knapp vier Wochen auf dem Forschungsschiff keinen Landkontakt hat– besonders in so speziellen Gebieten wie der Arktis – ist es besonders wichtig, dass Crew und Wissenschaftler sich selbst zu helfen wissen, wenn es drauf ankommt. Was dabei oft untergeht, ist die Arbeit, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. So eine wichtige Aufgabe hat zum Beispiel die Unter-Deck-Crew, die für die Technik hinter allem verantwortlich ist. Hier wird dem Schiff und allen wichtigen Systemen in sieben elektronischen und mechanischen Werkstätten Leben eingehaucht.

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Experimente-ABC

Nachdem sich unser Team nun eine Woche einspielen konnte, möchten wir heute mal einen kleinen Überblick über die täglichen Arbeiten an Bord geben.

Im Grunde wiederholen sich viele Aufgaben immer wieder. Dafür fahren wir an den meisten Tagen zwei bis drei Stationen an, an denen wir einem strikten Zeitplan folgen. Die wichtigsten Teile einer Station im Überblick:

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Gletscher voraus

Orientierung fällt in diesem Bereich schwer, daher gibt ein Crewmitglied dem Fahrer die Richtung an, außerdem unterstützt die Brücke der Merian, da sie eine bessere Sicht bietet, als das kleine Boot im Eisfeld.

Für zwei Mitglieder unserer Expedition war gestern ein besonderer Tag: Canada Day. Doch konnten die beiden Kollegen den 150. Geburtstag ihres Landes nicht wirklich als Feiertag zelebrieren – da geht die Forschung vor und das Programm war wieder sehr zeitintensiv. In der Früh ging es los mit den ersten Probenentnahmen außerhalb der Merian. Obwohl das Schiff für einen Einsatz im Eisrandgebiet konzipiert ist, geht unser Interesse manchmal doch noch etwas weiter. Da wir Proben in unmittelbarer Nähe des Narsap Sermia- Gletschers nehmen wollten und der Weg dahin wie ein Asteroidenfeld mit Eisschollen und- Bergen gespickt war, hat sich ein Außenteam mit dem Zodiac-Beiboot daran gemacht, Eis- und Oberflächenwasserproben in Gletschernähe zu nehmen. Außerdem nahm das Team zwei Phytoplankton-Proben.

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Krimi im Niemandsland

Der Sea-Cycler kurz vor der Bergung.

Die erste große Aufgabe dieser Fahrt wartete am dritten Seetag in den internationalen Gewässern zwischen Nordamerika und Grönland auf die Merian. Ein sogenannter Sea-Cycler musste geborgen werden. Dabei handelt es sich um ein Spezial-Messgerät der kanadischen Dalhousie- Universität. Ein Ingenieur der Arbeitsgruppe ist mit an Bord, da das knapp 1,5-Millionen Euro teure Gerät  seit einigen Monaten keine Daten mehr senden konnte. Da sich nur sehr selten Forschungsschiffe in dem Gebiet zwischen Nordamerika und Grönland aufhalten, war unsere Fahrt die einzige Chance, das Gerät in den nächsten Monaten zu bergen.

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Teamwork in der Arktis

Die Maria S. Merian kurz vor der Abfaht im Hafen von St. John´s/Neufundland
Die Maria S. Merian kurz vor der Abfaht im Hafen von St. John´s/Neufundland

600 Stunden am Stück auf einem Schiff – im Dienste der Wissenschaft. Mit diesem Plan sind wir heute mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian vom neufundländischen St. John´s in Richtung Arktis aufgebrochen. Wir, das sind 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf ihrer Expedition von der Crew der Merian unterstützt werden.

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