Im Einklang mit dem Wind

 Meeresforschung unter Segeln

  1. Mai – 01. Juni 2018
Abb. 1: Das ICBM-Team, von links: Thomas Badewien, Sarah Preuß, Michael Butter.

Die Kooperation zwischen dem ICBM der Universität Oldenburg und dem Fachbereich Seefahrt & Maritime Wissenschaften der Hochschule Emden/Leer wird in diesem Jahr an Bord des Schoners Amazone fortgesetzt. Seit mehreren Jahren arbeiten Prof. Kapt. Michael Vahs, Prof. Kapt. Rudolf Kreutzer und Prof. Dr. Jann Strybny vom Maritimen Campus auf dem Segelschoner Amazone am Konzept eines segelnden Forschungsschiffes. Die Einflüsse des Forschungsschiffes auf die Meeresumwelt und damit auch auf die Messergebnisse sollen minimiert werden. Die Leeraner Wissenschaftler bezeichnen dieses Vorgehen als „minimal invasive Forschungsschifffahrt“. Das Projekt ermöglicht den Studierenden und Dozenten aus den Bereichen Nautik und Meereswissenschaft einen besonderen Erfahrungsaustausch.

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Arrivederci Giglio!

Von Nelly Reckhaus und Yannik Heisel-Sure

Langsam geht die Zeit auf Giglio für uns zu Ende – heute ist der 7. und letzte Tag auf der Insel und somit auch das letzte Mal, dass wir von unserer Exkursion berichten werden. In den letzten zwei Tagen haben wir unsere Zeit damit verbracht, Daten für unsere Gruppen-Projekte zu sammeln, damit wir sie heute abschließend vorstellen konnten.

Bucht von Campese

Die Woche verging im Flug – angefangen hat alles mit der ca. 27 stündigen Busfahrt, bei der noch keiner wirklich ahnen konnte, wie viel Spaß wir haben würden. Doch heute sitzen wir an unserem freien Nachmittag hier und blicken mit Freude auf die vergangene Woche zurück, während wir diesen letzten Eintrag schreiben. Neben den Lehrveranstaltungen wurde uns auch bewusst, wie schnell man auf einer Exkursion neue Freundschaften knüpft – vielleicht ist es genau das, worauf es am Ende auch ankommt. Wir denken, dass wir für alle sprechen können, wenn wir sagen, dass unsere Fahrt super geplant und umgesetzt wurde und dass wir die Exkursion nur jedem ans Herz legen können. Denn von täglichen Wanderungen mit mediterraner Botanik, Schwimmen, Schnorcheln und dem gemeinsamen Ausklingen der Abende beim Grillen oder Pizza essen war alles dabei. Auch heute werden wir unseren letzten Abend in unserer Stammpizzeria „Da Tony“ ausklingen lassen.

Gemeinsames Beisammensein bei Tony

Schnorcheln satt – Bald wachsen Schwimmhäute

Von Rosanna Schöneich-Argent

Nachdem zu Beginn der Exkursion sowohl die Schnorchel-Anfänger als auch die Fortgeschrittenen einen ersten Eindruck der lokalen Unterwasser-Fauna bekommen hatten, nutzte so mancher die freien Abende, um auf eigene Faust und mit Boje ausgestattet die marinen Bewohner der Bucht von Campese erneut zu besuchen. Als es dann hieß „Leinen los – auf zur Allume Bucht!“ waren dementsprechend wieder alle mit von der Partie.

Lage der Allume-Bucht

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Botanisch, praktisch, gut!

Von Markus Prinz

Auch die Formenvielfalt und der Artenreichtum über Wasser sollten wir auf der Giglio Exkursion entdecken lernen. Um die verschiedenen mediterranen Lebensräume und ihre Besonderheiten kennen zu lernen, liefen wir mehrere spannende Wanderouten ab. Zuerst ging es über Stock und Stein die steilen Hänge des Punta gio della Chiusa, auf dessen Spitze Castello de Giglio thront, herauf. Auf dem Weg wurden auf vielen kleinen Stopps immer wieder die Arten links und rechts vom Weg gezeigt und wiederholt.

Pflanzen- und Geologiekunde
Milchfleckdistel

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Abenteuer Mittelmeer: Felix Austria

Von Margit Kagerer, Lena Engelmann (ICBM), Lisa-Maria Ohler & Tobias Ternus

Mit großer Vorfreude brachen wir, drei Master-Studenten des Fachbereiches Biosciences der Uni Salzburg, auf, um an einer meeresbiologischen Exkursion der Universität Oldenburg teil zu nehmen. Durchgeführt wurde diese auf der Insel Giglio, wahrscheinlich den meisten bekannt durch das Schiffsunglück der Costa Concordia, an der meeresbiologischen Station des IfmB. Gleich am ersten Tag konnten Weichkorallen, verschiedene Spezies von Echinodermen sowie Tunikaten, alle typische Bewohner des Hartbodens, bestaunt werden. Weiterhin wurden Rhodo-, Chloro- und Phaeophyta bestimmt, wobei ein sich darin versteckter Nacktkiemer, Flabellina affinis, unsere ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich riss.

(Flabellina affinis)

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Willkommen auf Giglio: Schnorcheln und Entdecken!

Von  Nelly Reckhaus & Yannik Heisel-Sure

Dass das Wasser doch so kalt sein würde, hatten wir nicht erwartet, als wir mit der Fähre in den Hafen der mediterranen Insel Giglio einfuhren. Dies wurde uns jedoch direkt klar, als wir das erste Mal mit unserem Nassanzug und unserer Schnorchel Ausrüstung im Meer standen. Es war der erste Tag unserer Exkursion und direkt stand Schnorcheln auf dem Programm, was für viele von uns das erste Mal war. Die Vorfreude war dementsprechend groß und alle waren gespannt darauf, was es in der Bucht von Campese zu entdecken gibt.

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Gedanken

Autor: Christoph Plum

Ich sitze alleine im Roten Salon und lese. Eine Seltenheit an Bord. Ich nutze die Gunst der Stunde und ziehe mich für einen Moment von den Festlichkeiten zum Fahrtende zurück um Zeit für mich zu haben, außerhalb der beengten vier Wände der Kammer. Ich beobachte den Monitor an der Wand der ständig die Computeraktivitäten auf der Brücke zeigt. Wie von Geisterhand bewegt sich die Maus über den Bildschirm und legt den Kurs fest.

Elephant Island © Sacha Viquerat

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Mit Taucheranzug und Schöpfkelle

Von Sven Kerwath

“Hinsetzen!” ruft eine Stimme von oben. Ich kann nicht gemeint sein, denn ich sitze Backbord auf dem Zodiac und halte mich an einem der Drahtseile fest, an dem das Boot neben der Bordwand der Polarstern in der Luft baumelt. Sobald das Zodiac die Meeresoberfläche ungefähr 3 Meter tiefer erreicht hat, hängen wir vorsichtig den riesigen Kranhaken aus.

Unterwasserfilmaufnahmen unter antarktischen Bedingungen. Foto: Ulli Freier

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Partikelregen

Mittlerweile sind wir seit über vier Wochen unterwegs und haben beim Fang von Salpen schon viel dazugelernt. So konnten wir zwei mehrtägige Experimentphasen abschließen, in denen wir mit gefangenem Krill und Salpen erfolgreich schon einen großen Teil unserer geplanten Experimente durchführen konnten. Die erste dieser Experimentphasen verbrachten wir bei Deception Island. Dort konnten wir die ersten Salpen fangen, jedoch noch nicht in ausreichender Menge und in so gutem Zustand, dass alle Experimente durchgeführt werden konnten. Nach einigen Tagen vor Ort begaben wir uns deshalb entlang der nördlichen Seite der südlichen Shetland Inseln auf den Weg in Richtung Elephant Island. Während der Überfahrt machten wir an zahlreichen Zwischenstationen für einige Stunden halt um Daten wie Wassertemperatur und Salzgehalt zu sammeln. Das machen wir in regelmäßigen Abständen zusammen mit Fängen von Krill und Salpen um deren Dichte und regionale Verteilung zu dokumentieren.

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Die große ICBM-CTD im antarktischen Eis

Von Thomas Badewien, Michael Butter, Anna Friedrichs und Anne-Christin Schulz

Ozeanographen des ICBM – CTD Team
A.-C. Schulz, M. Butter, T. Badewien, A. Friedrichs

Nach nunmehr einigen Wochen an Bord des Forschungsschiffes Polarstern haben sich alle Arbeitsabläufe eingespielt. Wir, die Ozeanographen des ICBM, sind an Bord für die CTD zuständig. Die CTD ist ein Messgerät, mit dem wir den Salzgehalt, die Temperatur und die Tiefe sowie den Sauerstoffgehalt und die Fluoreszenz im Wasser bestimmen. Die von uns mitgebrachte CTD mitsamt der Rosette – ein ringförmiges Gestell, an dem Wasserschöpfer befestigt sind – haben wir eigens entwickelt und ist die größte, die jemals an Bord der FS Polarstern eingesetzt wurde. Die Handhabung dieser CTD-Rosette stellte die Mannschaft und uns vor unerwartete Herausforderungen – das Hangartor entpuppte sich als Engstelle – die wir zusammen mit der Mannschaft aber schnell meistern konnten. Es bleibt jedoch Millimeterarbeit, insbesondere bei Seegang, die CTD aus dem Hangar des Schiffs an Deck zu fahren.

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