Über Mikrobiome, Public-Tiefsee Viewing und Frühstück…

Hallo liebe Freunde der SONNE!

Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Blog-Beitrag und die nun folgenden Zeilen geben Euch einen Einblick in die tägliche Arbeit von Kathrin Busch.

Doch vorerst: Kathrin ist eine Doktorandin vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und arbeitet dort in der Forschungseinheit Marine Mikrobiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Hentschel Humeida. Hier an Bord der SONNE ist die Meeresbiologin bzw. Tiefsee-Ökologin Teil des Schwamm-Teams unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Schupp.

Kathrin Busch bei der Entnahme der Niskin Bottles (Wasserproben) vom ROV Kiel6000.

Kathrin interessiert sich für die Mikrobiome von verschiedenen Tiefseeschwämmen. Ein Mikrobiom versteht sich als die Gesamtheit aller einen Organismus besiedelnden Mikroben und in Kathrins Fall sind das viele verschiedene Schwamm-assoziierte Bakterien. Das Ziel ihrer Untersuchungen an Bord ist die Aufstellung eines biogeografischen Vergleichs, um herauszufinden, ob und inwiefern sich die Zusammensetzungen der bakteriellen Gemeinschaften von Schwamm zu Schwamm in unterschiedlichen Zonen unterscheiden (oder gleichen?…). Aus diesen Gründen sammelt die Kieler Forscherin zusammen mit ihren Kollegen Schwämme aus der Tiefsee des Pazifischen und des Atlantischen Ozeans, sogar aus den Gewässern der Arktis!

So weit, so gut, doch wie sieht nun so ein typischer Arbeitstag von Kathrin an Bord der SONNE aus?

„Erstmal Frühstück…“ [mündliche Information von Kathrin Busch, FS SONNE, 2017]. Danach heißt es dann abwarten und staunen, denn das ROV Kiel6000 (Remote Operated Vehicle, Tiefsee-Roboter) benötigt so seine Zeit zum Abtauchen, Sammeln von Proben sowie Auftauchen. Langweilig wird es der Meeresbiologin währenddessen allerdings nicht, denn die hochauflösenden Video-Aufnahmen des Meeresbodens werden live an Bord übertragen, wo die zu sehenden Organismen und ihr Lebensraum genau protokolliert werden. Wenn es dann soweit ist (oftmals gegen Abend), nimmt Kathrin mehrere Stücke von jedem aufgelesenen Schwamm und konserviert diese für spätere Analysen im Heimatlabor. Neben den Schwämmen braucht sie zudem auch Wasser- und Sedimentproben als Kontrollen, um später feststellen zu können, ob die identifizierten Bakterien auch wirklich mit dem jeweiligen Schwamm assoziiert sind und nicht vom Wasser oder umliegenden Sediment abstammen.

Oftmals können dabei mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, denn das ROV Kiel6000 ist grundsätzlich in der Lage sowohl Schwamm-, als auch Wasser- und Sedimentproben zu nehmen. Seeehr toll! Manchmal wird aber der zur Verfügung stehende Platz des ROV Kiel6000 für andere Versuchsapparaturen benötigt, sodass nur Schwammproben genommen werden können. Nicht sooo toll (!), denn dann ist Kathrin auf die CTD (Conductivity-Temperature-Depth, Wasserkranzschöpfer) und den MUC (Multicorer, Sedimentstecher) für die Probennahme von Wasser und Sediment angewiesen. Das heißt dann meist lange wach bleiben, denn beide Geräte werden oftmals nachts eingesetzt und das Wasser muss noch filtriert werden!

Ihr seht, auf der SONNE gibt es immer was zu tun! Wir hoffen, Ihr konntet mit diesem kleinen Bericht einen Einblick in die tägliche Arbeit von Kathrin bekommen.

Und am Ende: WO ist die SONNE?

In diesem Sinne,
Euer Wissenschafts-Team von SO254